39 Beet Aus Paletten

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Klimacamp-Aktivisten machen einen Parkplatz in der Maxstraße zum Beet
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Die Maxstraße soll autofrei werden, doch einigen geht das zu langsam. Als Zeichen funktionieren sie einen Auto-Abstellplatz um.
Von  Lara Reile „Liebevollen zivilen Ungehorsam“ nennt Ingo Blechschmidt, 32, das, was die Aktivisten des Klimacamps seit einiger Zeit in der Augsburger Innenstadt auf die Beine stellen. Am Mittwoch funktionierten sie kurzerhand einen Parkplatz auf der Maximilianstraße zum Hochbeet um. Angesichts der Klimakrise sei dieser zivile Ungehorsam unbedingt notwendig, sagt Blechschmidt. So erklärt sich auch die Aktion in der Maxstraße. Und sie soll noch ausgedehnt werden. In der Maxstraße ist ein Parkplatz zum Beet geworden – weitere Flächen sollen folgen. Bild: Peter Fastl Seit Mittwochmorgen steht am oberen Ende der Maximilianstraße ein Hochbeet aus bunten Paletten auf einem Parkplatz, der eigentlich für Autos gedacht ist. Nun können dort drei Fahrräder in den ins Beet integrierten Fahrradständern abgestellt werden. Außerdem sind bereits einige Blumen angepflanzt. Auch eine Infotafel, die die Forderungen der Aktivisten erklärt, steckt in der Erde. Das Ziel einer Fahrradstadt wurde in Augsburg verfehlt Nachdem Augsburg das offizielle Ziel, den Anteil des Fahrradverkehrs bis zu diesem Jahr auf 25 Prozent zu steigern, verfehlt hat, möchten die Aktivisten des Klimacamps nun selbst aktiv werden und die Stadt fahrradfreundlicher gestalten. Unter dem Motto „Platzpark statt Parkplatz“ haben sie mit dem Hochbeet drei zusätzliche Rad-Stellplätze geschaffen. Mit ihrer Aktion verfolgen sie aber noch weitere Ziele. Von den angepflanzten Blumen sollen Bienen und andere Insekten profitieren, um dem Artensterben entgegenzuwirken, erklärt Blechschmidt. Das Grün soll zudem Gäste in den umliegenden Cafés sowie Passanten erfreuen. Außerdem soll die Grünfläche dafür sorgen, dass die Stadt sich im Sommer weniger schnell erhitzt. „Es ist unser kleiner Beitrag, der natürlich auch symbolische Wirkung hat“, sagt der 32-jährige Mathematiker. Laut Blechschmidt ist geplant, das Projekt auszuweiten. In den nächsten Tagen wollen die Klimacamp-Teilnehmer in Absprache mit den umliegenden Restaurant- und Geschäftsbesitzern weitere geeignete Parkplätze in der Innenstadt finden, auf denen sie solche Hochbeete errichten können. Der Fokus liege dabei aber auf der Maxstraße, da schon seit längerem diskutiert wird, diese zumindest teilweise zur autofreien Zone zu erklären. Ingo Blechschmidt will mit "liebevollem zivilem Ungehorsam" einiges für die Umwelt erreichen. Bild: Petra Manz Die Klimaaktivisten bemängeln, dass sich in diesem Anliegen nichts vorwärts bewege. Statt weiter zu diskutieren, sollen die umgewidmeten Parkplätze ein erster praktischer Schritt zu einer Maxstraße ohne Autos sein, erklärt Paula Stoffels, 18. Autofahrer und Stadt Augsburg halten sich zurück Bis jetzt habe man noch keine direkte Resonanzen von Autofahrern erhalten, heißt es aus dem Klimacamp. Livia Stoll, die in einem Café nebenan Mittag isst und direkt aufs Beet blickt, hält es generell für gut, dass durch diese Aktion ein Bewusstsein für die Umweltprobleme entwickelt wird. „Ich bin skeptisch, weil es zwar eine nette Aktion ist, aber nichts am grundlegenden Problem ändern wird“, fügt sie hinzu. Aktivisten des Klimacamps stellen Forderung an die Stadt Mit der Stadt sei das Projekt nicht abgesprochen, sagt Blechschmidt. Von der Augsburger Verwaltung fordern die Aktivisten in erster Linie, dass sie das Pariser Klimaabkommen einhält. Außerdem sollten Parkplätze im großen Stil umgewidmet und Fahrradstellplätze geschaffen werden. Die Stadt selbst wollte sich am Mittwoch nicht zu der unangemeldeten Aktion äußern. Man werden sich das Hochbeet zunächst anschauen und dann entscheiden, wie man damit umgeht, so ein Sprecher. Das Klimacamp ist zeitlich nicht begrenzt. Die Aktivisten wollen so lange vor Ort bleiben, wie sie es für nötig halten. Und auch das Beet soll bleiben, in Zukunft soll daraus ein offenes Beet werden, in dem auch Anwohner ihre Blumen und Kräuter einpflanzen können. Das Material und die Erde haben die Aktivisten emissionsarm mit dem Rollbrett antransportiert, betonen sie. Das könnte Sie auch interessieren:
Themen folgen Stadt Solingen genehmigt begrünten Fahrradständer vorläufig Aktivisten von Extinction Rebellion haben ein Hochbeet mit Fahrradständer an der Kölner Straße errichtet.  © Christian Beier Aktivisten von Extinction Rebellion hatten den Pflanzkasten an der Kölner Straße aufgestellt. Von Kristin Dowe Solingen. Er ist ein Blickfang, der leuchtend gelbe Pflanzkasten an der Kölner Straße vor dem Bioladen Mandelbaum. Offenbar aus alten Paletten gebaut, ist die Kiste mit sommerlichen Pflanzen bestückt und an einer Seite mit Fahrradständern versehen. An der Seite prangt der Hashtag „Platzpark“. Hinter der Aktion stecken Aktivisten der Klimaschutz-Organisation „Extinction Rebellion“, die auch in Solingen eine eigene Ortsgruppe hat. Eine Genehmigung, den Fahrradständer aufzustellen, hätten die Mitglieder bei der Stadt zunächst nicht eingeholt, gibt Nina Meier, Sprecherin von Extinction Rebellion, freimütig zu. Zwar wolle die Gruppe damit auch zur Begrünung der Innenstadt beitragen, doch stecke dahinter auch eine politische Agenda: „Solche Aktionen erzeugen einfach mehr Aufmerksamkeit und ermöglichen uns, über Klimaschutz ins Gespräch zu kommen. Wir wünschen uns eine autofreie Innenstadt.“ Auf die ungewöhnliche Straßendekoration hätten die Solinger überwiegend positiv reagiert. Zudem gebe es ohnehin zu wenige Fahrradständer im Solinger Stadtgebiet, so Meier. Ähnliche Aktionen führe Extinction Rebellion bundesweit durch. Nach der Aufstellung Anfang Juli wurde eine Mitarbeiterin des Ordnungsamtes auf das unangemeldete Hochbeet aufmerksam. „Die Dame war sehr freundlich zu uns und wies uns darauf hin, dass wir einen Antrag auf Sondernutzung stellen müssten, wenn der Fahrradständer dort stehenbleiben soll“, schildert Meier. „Das haben wir dann auch getan und dafür eine Gebühr von 40 Euro bezahlt.“ Die Stadt bewilligte dies zunächst bis Ende September unter der Voraussetzung, dass die Aktivisten das Beet pflegen. „Naturkost Mandelbaum unterstützt uns dabei und gießt die Pflanzen mit.“ Bei der Stadt bleibt man derweil gelassen: „Die Aktion wurde positiv bewertet“, sagt Rathaussprecherin Sabine Rische. Deshalb habe die Verwaltung die befristete Sondernutzungserlaubnis zunächst erteilt. Unter Autofahrern dürfte der Kasten dennoch nicht nur Freunde haben, da er sich mitten auf einer Parkfläche befindet. Trotz des Wohlwollens der Stadt im vorliegenden Fall seien solchen Aktionen Grenzen gesetzt, macht Rische deutlich: „Dazu ist immer eine Rücksprache mit dem Ordnungsamt notwendig. Vor allem, wenn Parkflächen betroffen sind, müssen alle Interessen gegeneinander abgewogen werden.“ Würden Gegenstände dauerhaft im öffentlichen Raum aufgestellt, liege eine Sondernutzung gemäß § 18 des Straßen- und Wegegesetzes NRW vor. Eine entsprechende Erlaubnis müssten Bürger beim Ordnungsamt schriftlich beantragen. Laut Bundesministerin Julia Klöckner sollen Hunde jeden Tag eine Stunde raus – die Stadt müsste das kontrollieren. Do-It-Yourself, Upcycling, Reparieren Überraschung: Heimwerken bei Jugendlichen sehr beliebt In Zeiten von Facebook und Co. wirklich erstaunlich: Heimwerken ist für viele Teenager ein regelmäßiges Hobby. Woher kommt der Trend?   Nach der Schule noch schnell zum Baumarkt? Am Wochenende endlich die selbst geschreinerte Bank lasieren statt sich mit Freunden im Freibad zu vergnügen? So sieht die Freizeit vieler Teenager aus – den Vorurteilen gegenüber der ”Generation Z” zum Trotz. Sieben Prozent der Jugendlichen geben an, dass ihnen Heimwerken Freude bereitet und sie regelmäßig zu Hammer, Schraubenzieher und Säge greifen. Laut einer Untersuchung von Statista zur Freizeit-Beschäftigung "Heimwerken" nach Lebensphase 2019 gaben sieben Prozent der befragten Jugendlichen an, in ihrer Freizeit gerne DIY-Projekte umzusetzen. Damit liegt Handwerken immer noch weit hinter den absoluten Freizeit-Spitzenreitern Fernsehen, Musik hören und Internet. Im digitalen Zeitalter ist es jedoch beachtlich, dass sich so ein analoges und traditionelles Hobby derartiger Beliebtheit unter Jugendlichen erfreut. Eine Erhebung der AWA ermittelte für das Jahr 2019 11,9 Millionen Personen ab 14 Jahren in Deutschland, die ein besonderes Interesse am Thema Heimwerken haben (Quelle: Statista 2020). Jugendliche und die Werkbank Unter den jungen Hobby-Heimwerkern und Heimwerkerinnen in Deutschland sind Gartenarbeiten, das Ausprobieren origineller Lifehacks und Upcycling-Projekte („Aus alt mach neu“) besonders beliebt. Aber auch Reparaturen am Haus, Renovierungen und das Restaurieren von alten Möbeln sind Heimwerker-Projekte, die Teenager gerne angehen. Auf Instagram und Facebook zeigen sie stolz Ihre fertiggestellten Werke und den Prozess dahinter, tauschen sich mit anderen aus und holen sich Inspiration. YouTube-Tutorials wie vom selbsternannten Heimwerkerking Fynn Kliemann und Diskussionen in Online-Foren helfen ihnen dabei, die richtigen Techniken und Vorgehensweisen zu erlernen. Woher kommt der Trend? Heranwachsende und junge Erwachsene sind besonders empfänglich für aktuelle Trends. Momentan sind es in erster Linie die neuen Umweltschutzbewegungen, die immer mehr Jugendliche zum Heimwerken bringen. Do-It-Yourself, Upcycling und das Reparieren kaputter Gegenstände sparen Ressourcen und verringern die Müllproduktion. Der Van Life-Trend, das eigenständige Umbauen und Bewohnen alter und neuerer Transporter, sowie die Tiny House-Bewegung beeinflussen die Art und Weise, wie Teenager wohnen wollen. Ein Bett aus Europaletten, Regale aus Obstkisten und ein selbst gezimmerter Schreibtisch aus Schnittholz – diese Möbel sind auch für unerfahrene Handwerker realistische Anfänger-Projekte. Einsteiger-Tools, zum Beispiel Güde Werkzeuge, machen Heimwerken heutzutage zu einem einfach zugänglichen und kostengünstigen Hobby. Auch Schüler und Auszubildende haben so die Möglichkeit, sich eine eigene kleine Werkstatt einzurichten..


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