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Nordirlands Landsitze und Gärten zeigen herrschaftliche Pracht Von Daniela David Viele Gärten und Herrenhäuser in Nordirland wurden in den letzten Jahren aufwendig restauriert. Dank des milden Klimas gedeihen dort selbst exotische Pflanzen. Kenner wissen: Auf einer House-and-Garden-Tour auf der irischen Insel ist der nächste Garten mit einem leidenschaftlichen Gärtner nie weit entfernt. Um die großen, spektakulären Gärten zu erkunden, muss man nur aufs Land fahren – dorthin, wo der Adel und das reiche Bürgertum sich ihre großzügigen Landsitze bauen ließen. INFORMATIONEN Reisezeit:Die meisten Gärten sind von Frühjahr bis Herbst geöffnet und kosten Eintritt. Vor dem Besuch sollte man sich nach den Öffnungszeiten erkundigen. Anreise: Am praktischsten ist es, nach Belfast zu fliegen und von dort mit einem Mietwagen die Gärten [+] Lesen Sie mehr INFORMATIONEN Reisezeit:Die meisten Gärten sind von Frühjahr bis Herbst geöffnet und kosten Eintritt. Vor dem Besuch sollte man sich nach den Öffnungszeiten erkundigen. Anreise: Am praktischsten ist es, nach Belfast zu fliegen und von dort mit einem Mietwagen die Gärten anzusteuern. Wer nicht selbst im Linksverkehr fahren möchte, kann auch eine organisierte Gartenreise buchen. Corona: Reisende aus Deutschland können wieder ohne Einschränkungen einreisen. Sie müssen jedoch ein Online-Formular mit Kontaktdaten vorlegen. Dieses kann frühestens 48 Stunden vor Einreise ausgefüllt werden. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.discovernorthernireland.com, [-] Weniger anzeigen Allen voran: Mount Stewart in der Grafschaft Down, der wohl bedeutendste Garten in Nordirland. Dieser Garten ist das Vermächtnis einer egozentrischen Society-Dame. Fein und feminin wirken die Pflanzungen der Lady Londonderry aus den 1920er Jahren. Die exzentrische Nobelgärtnerin schuf ein grünes Zauberreich, in dem sie mythische Figuren zwischen seltenen Pflanzen platzierte. Viele dieser Gewächse ließ sie von Pflanzenjägern in fernen Ländern aufspüren und herbeischaffen. "Geld spielte bei der Gestaltung keine Rolle, weder im Haus noch im Garten", erklärt Neil Watt. Der Manager des opulenten Herrenhauses, das heute zum National Trust gehört, kümmert sich um 6000 Einzelobjekte. In den edlen Salons ist die Aura der prominenten Hausherrin nach wie vor präsent. Alles ist noch an seinem Platz: ihre Bibliothek mit den Gartenbüchern, ihr Schreibtisch mit den Gartenzeitschriften, selbst ihre Gummistiefel. Ganz so, als würde die legendäre Lady gleich durch die Rabatten stapfen. Ein Hauch von vergangener Macht und Reichtum weht durch viele alte Gemäuer in Nordirland. In dem einsam gelegenen Castle Ward wird noch heute Geschichte gemacht, zumindest fürs Fernsehen: Der Adelssitz diente als Drehort für die Fantasy-Serie "Game of Thrones". Gerade an einem Regentag mit dunklen Wolken kann man sich gut vorstellen, wie hier Figuren aus einer anderen Welt zwischen Palmen und mannshohen Blättern der urwaldartigen Gunnera wandeln. Gärtner Andrew Dainty interessiert vor allem die Restaurierung des historischen Parks. "Vor Kurzem haben wir das Parterre im Senkgarten nach dem Original von 1860 wieder hergestellt", erzählt er. "Das war eine Arbeit!" Kontrastreiche Farben waren typisch für die Gärten der viktorianischen Epoche, in 61 Beeten blüht es hier bunt. Höchst elegant muten Herrenhaus und Garten des Montalto Estate an. Der Spazierpfad Lake Walk führt an dem malerisch gelegenen See vorbei an verschiedenen, uralten Ahornbäumen. In den Ästen hängen Kunstwerke aus Metall, die wie große gelochte Bälle aussehen. Der Garten des perfekt gepflegten Landsitzes ist seit 2018 für die Öffentlichkeit zugänglich, das Haus kann sogar gemietet werden. Die privaten Eigentümer ließen zuletzt mehrere Themengärten anlegen. "Die Besucher sollen bei uns in eine harmonische Pflanzenwelt eintauchen", erklärt Obergärtner Peter Harris. Wie sich Gartenbesessene ein Pflanzenrefugium schaffen, ist in Ballyrobert Gardens zu sehen. Einst kümmerte sich Maurice Parkinson im Grünflächenamt von Belfast um öffentliche Parks. Im Ruhestand gestaltet der ehemalige Direktor nun seinen eigenen Garten in Ballyclare im County Antrim – und macht alles selbst. "Lieber täglich drei Stunden Gartenarbeit, als ein Abo im Fitnessstudio", sagt er. Ein Meer aus wogenden Stauden und Gräsern begrüßt den Besucher gleich am Eingang dieses privaten Landhausgartens. Wie auf einer weichen Wolke spaziert der Besucher über geschwungene Rasenflächen durch den naturnahen Cottage-Garten. Geschickt geschnittene Fenster in den Hecken leiten den Blick auf weitere Beete und Blumenwiesen. In den Antrim Castle Gardens bilden alte Eiben eine mächtige Allee, der Blick in den dunkelgrünen Tunnel bleibt im Gedächtnis. Die Anlage ist ein Unikat: ein Schlossgarten ohne Schloss – das Gebäude brannte 1922 ab. "Unser Gemeindegarten hat Glück", erzählt Parkranger Angus McVicker. "Die öffentliche Hand investiert viel und Freiwillige jäten Unkraut." Das ehrenamtliche Engagement der Bürger zeigt den hohen Stellenwert von Gärten in der britisch-irischen Gesellschaft. Das gilt natürlich auch oder gerade für royale Gärten, wie Hillsborough Castle and Gardens. Dort wohnt die Queen, wenn sie Nordirland einen Besuch abstattet. Ansonsten schieben sich Besuchergruppen durch das gregorianische Schloss aus dem 18. Jahrhundert, wo es auch einen goldenen Thron und im Park des Anwesens einen 120 Jahre alten Rhododendron zu bestaunen gibt. Mit seinen breiten Ästen gilt er als einer der größten Rhododendren der Welt. "Und ab und zu pflanzt ein Mitglied der königlichen Familie einen Baum", sagt Chefgärtnerin Claire Woods. Gerade Prinz Charles setze sich für Biodiversität ein. Der royale Pflanzenkenner kommt regelmäßig vorbei. Im restaurierten Mauergarten ist dem britischen Thronfolger ein Pavillon gewidmet, er steht inmitten von Gemüse-, Kräuter- und Hortensienbeeten. An der historischen Backsteinmauer des riesigen Mauergartens wächst ein uraltes Birnenspalier mit einer adligen Sorte. Die Früchte der Pitmaston Duchess können erst nach langer Lagerzeit genossen werden. Ob sie Prinz Charles schmecken? Man weiß es nicht. Herrenhäuser und Gärten in Nordirland Belfast  Nordirlands Landsitze und Gärten zeigen herrschaftliche Pracht. Eine Reise über Land führt zu wunderbaren grünen Refugien - und einigen kuriosen Besonderheiten. Montalto Estate liegt direkt an einem See, der Landsitz ist seit 2018 für die Öffentlichkeit zugänglich. Foto: dpa "); Viele Gärten und Herrenhäuser in Nordirland sind in den letzten Jahren aufwendig restauriert worden. Dank des milden Klimas gedeihen selbst exotische Pflanzen dort. Kenner wissen: Auf einer House and Garden Tour auf der irischen Insel ist der nächste Garten mit einem leidenschaftlichen Gärtner nie weit. Um die großen spektakulären Gärten zu erkunden, muss man aufs Land fahren, wo der Adel und das reiche Bürgertum sich ihre großzügigen Landsitze bauen ließen. Allen voran: Mount Stewart in der Grafschaft Down, der wohl bedeutendste Garten in Nordirland. Der Garten der Lady Dieser Garten ist das Vermächtnis einer egozentrischen Society-Dame. Fein und feminin wirken die Pflanzungen der Lady Londonderry aus den 1920er Jahren. Die exzentrische Nobelgärtnerin schuf ein grünes Zauberreich, in dem sie mythische Figuren zwischen seltenen Pflanzen platzierte. Viele dieser Gewächse ließ sie von Pflanzenjägern in fernen Ländern aufspüren und herbeischaffen. "Geld spielte bei der Gestaltung keine Rolle, weder im Haus noch im Garten", erklärt Neil Watt. Der Manager des opulenten Herrenhauses kümmert sich um 6000 Einzelobjekte. In den edlen Salons ist die Aura der prominenten Hausherrin nach wie vor präsent. Wie aus einer anderen Welt Ein Hauch von vergangener Macht und Reichtum weht durch viele alte Gemäuer in Nordirland. In dem einsam gelegenen Castle Ward wird noch heute Geschichte gemacht, zumindest für das Fernsehen: Der Adelssitz diente als Drehort für die Fantasy-Serie "Game of Thrones". Gerade an einem Regentag mit dunklen Wolken kann man sich gut vorstellen, wie hier Figuren aus einer anderen Welt zwischen Palmen und mannshohen Blättern der urwaldartigen Gunnera wandeln. Gärtner Andrew Dainty interessiert vor allem die Restaurierung des historischen Parks. "Vor kurzem haben wir das Parterre im Senkgarten nach dem Original von 1860 wieder hergestellt", erzählt er. "Das war eine Arbeit!" Kontrastreiche Farben waren typisch für die Gärten der viktorianischen Epoche, in 61 Beeten blüht es hier bunt. Seeromantik und Kunstwerke Höchst elegant muten Herrenhaus und Garten des Montalto Estate an. Der Spazierpfad Lake Walk führt an dem malerisch gelegenen See vorbei an uralten Ahornbäumen. In den Ästen hängen Kunstwerke aus Metall, die wie große gelochte Bälle aussehen. Der Garten des perfekt gepflegten Landsitzes ist seit 2018 für die Öffentlichkeit zugänglich. Die Eigentümer ließen mehrere Themengärten anlegen. Schönheit durch Handarbeit Wie sich Gartenbesessene ein Pflanzenrefugium schaffen, ist in Ballyrobert Gardens zu sehen. Einst kümmerte sich Maurice Parkinson im Grünflächenamt von Belfast um öffentliche Parks, im Ruhestand gestaltet der ehemalige Direktor nun seinen eigenen Garten in Ballyclare im County Antrim. Und macht alles selbst. "Lieber täglich drei Stunden Gartenarbeit als ein Abo im Fitnessstudio", sagt er. Der Besucher spaziert über geschwungene Rasenflächen durch den naturnahen Cottage-Garten. Geschickt geschnittene Fenster in den Hecken leiten den Blick auf weitere Beete und Blumenwiesen. In den nahen Antrim Castle Gardens bilden Jahrhunderte alte Eiben eine mächtige Allee, der Blick in den dunkelgrünen Tunnel bleibt im Gedächtnis. Die Anlage ist ein Unikat: ein Schloss-Garten ohne Schloss - das Gebäude brannte 1922 ab. "Unser Gemeindegarten hat Glück", erzählt Parkranger Angus McVicker. "Die öffentliche Hand investiert viel und freiwillige Helfer jäten Unkraut." Wo die Queen zu Besuch kommt Das ehrenamtliche Engagement der Bürger zeigt den hohen Stellenwert von Gärten in der britisch-irischen Gesellschaft. Das gilt natürlich auch oder gerade für royale Gärten, wie Hillsborough Castle and Gardens . Dort wohnt die Queen, wenn sie Nordirland einen Besuch abstattet. Ansonsten schieben sich Besuchergruppen durch das gregorianische Schloss aus dem 18. Jahrhundert, wo es unter anderem einen goldenen Thron zu bestaunen gibt. Zu bewundern ist im Park des Anwesens auch ein 120 Jahre alter Rhododendron. © dpa-infocom, dpa:200902-99-404356/5 Zu den Kommentaren.


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